Mein Name ist Kimba, ich bin das Produkt einer unkastrierten läufigen Hündin, die im Garten unbeaufsichtigt von dem Nachbarshund besuch bekam.Acht Wochen nach diesem Vorfall wurde ich zusammen mit meinen sieben Geschwistern geboren. Wir wuchsen nicht schlecht auf, was heißt, die ersten Wochen haben wir zusammen mit unserer Mama im Badezimmer verbracht und als wir größer wurden, durften wir auch im Garten/Hof die Welt erkunden. Alles in allem haben wir acht eine recht nette Welpenzeit verlebt. Als wir acht Wochen alt wurden, war uns allen klar, dass ein Abschied von unserer Mama - und unter uns Geschwistern - bald bevorstehen würde. Und so war es dann auch – nach und nach wurden wir immer weniger, fast täglich wurde einer oder eine von uns von Menschen abgeholt. Eines Tages war es dann auch bei mir soweit. Meine Menschen erwiesen sich als ein noch recht junges Paar. Die beiden waren sehr nett und ich habe mich recht schnell eingelebt, man hat mich gemocht - unbestritten, dass habe ich gespürt. Man hat mich beschmust, stolz Gassi geführt, und ich hatte eine wirklich schöne Zeit. Je älter ich wurde, desto weniger wurde das Schmusen und auch die Zeit, die man mit mir verbrachte, wurde deutlich weniger, aber ich war dennoch zufrieden. Viel Zeit habe ich alleine im Garten verbracht, aus Langweile wurden dann natürlich ein paar bauliche Veränderungen von mir vorgenommen – ich glaube das fanden meine Menschen nicht so toll….hmmm…was sollte ich aber sonst den lieben langen Tag so tun????Als ich zwei Jahre alt war, spürte ich eine fatale Änderung in meinem Zuhause. Mein Frauchen wurde plötzlich immer dicker ( was mich aber nicht störte) und ständig kamen meine Menschen mit vielen Paketen und Taschen nach Hause. Es wurde viel über ein Baby gesprochen, das bald hier einziehen sollte….hmmmm….???????. Irgendwann habe ich begriffen was das zu bedeuten hatte, ich fand das absolut klasse – die Langweile und die vielen Stunden alleine im Garten zu verbringen, hätten bald ein Ende. ….Ich würde mich mit dem Baby beschäftigen, natürlich erst wenn dieses auch schon standfest ist; ich würde auf das kleine Menschenkind aufpassen und immer treu diesem neuen Lebewesen zur Seite stehen!Allerdings habe ich die Rechnung ohne meine Zweibeiner gemacht, denn diese haben beschlossen, dass ich nicht mehr zur Familie gehören sollte.Ich verstehe das gar nicht – gefreut habe ich mich und nun enttäuscht man mich so. Ist das eine Menschenmarotte oder wie muss ich so eine Entscheidung verstehen.Eines Abends hörte ich ein Gespräch zwischen meinem Frauchen und Herrchen – hurra….ich hatte wirklich Glück im Unglück, man hat beschlossen mich in meine ehemalige Geburtsstätte zurück zubringen. Ich würde meine vierbeinige Mama wiedersehen und mein zweibeiniges Frauchen das uns damals mit großgezogen hat. Schon am Wochenende bin ich dann umgezogen, es gab keine große Verabschiedung, kurzerhand hat man meine Leine dem alten/neuen Frauchen in die Hand gedrückt, sich umgedreht und weg waren meine ehemaligen Menschen. Mir war sehr schwer ums Herz, ich war unendlich traurig und frage mich immer wieder was ich nur falsch gemacht habe. Waren meine gutgemeinten Gartenarbeiten nicht ok? Oder hat man Angst ich würde dem Baby etwas tun, nein….wie kommt man nur auf so eine Idee…ich hätte mich doch gefreut und …….ach egal, es hat keinen Sinn – nun bin ich wieder in meinem ehemaligen Zuhause. Meine Hundemama hat mich nett begrüßt und auch die anderen beiden Hunde, ich kenne sie von damals noch, waren sehr nett zu mir. Mein ehemaliges Frauchen war auch super nett, hat mich freundlich begrüßt und mich liebevoll umarmt.Trotz dem Schmerz, der in meiner Brust pochte, war ich auch froh, es hätte sicher auch schlimmer kommen können.Die ersten Tage in meinem neuen/alten Heim waren sehr schön, man hat mir geholfen die Trauer zu überwinden. Wir waren viel draußen, haben lange Spaziergänge unternommen, es gab Streicheleinheiten und gutes Futter.Nach einigen Tagen habe ich eine Veränderung festgestellt, mein Frauchen war manchmal traurig, hat geweint und ich wusste gar nicht was ich tun sollte. Dann gab es Tage, da hat sie sehr viel Durst gehabt und hatte einige Flaschen getrunken, dann wurde ihre Stimme sehr laut und klang gar nicht mehr so liebevoll und nett. Ich habe mich dann ganz klein gemacht um ja nichts Falsches zu tun und gehofft, dass Frauchen bald wieder besser drauf ist.Beschweren möchte ich mich aber nicht – wie gesagt, wir hatten auch viele tolle Stunden, es war wirklich eine schöne Zeit, wenn auch leider nur sehr kurz, denn – ich war jetzt vierzehn Tage hier, da ging es mir morgens gar nicht so gut, ich hatte etwas Schmerzen am Rücken und ich fühlte mich nicht so ganz fit. Beim spazieren bin ich nur langsam gelaufen und habe versucht meinen Rücken zu schonen. Mein Frauchen hat dann auch schnell gemerkt dass etwas nicht stimmt, und hat an meinem Rücken einen Tischtennisball großen Knubbel entdeckt. Also wurde ich gleich am nächsten Morgen ins Auto gepackt, um der Sache auf den Grund zu gehen.Und hier – ja, hier endet fast schon meine Geschichte, denn ich wurde nicht mehr mit nach Hause genommen, ich bin jetzt im Hundehimmel. Der Tierdoc hat meinem Frauchen gesagt, dass ich operiert werden müsste, um festzustellen, ob der Knubbel an meinem Rücken gut oder böse ist. Mein Frauchen hat nur mit dem Kopf geschüttelt, nein…..hat sie gesagt, das wird nicht gemacht!!!!!!!!!!!!!!!!Ein kurzer Picks in mein Hinterbeinchen und ich bin im Hundehimmel auf Wolke Nummer 98 wieder aufgewacht. Frauchen warum hast du das entschieden????? Ich war noch keine drei Jahre alt, es hätte doch auch ein guter Knubbel sein können, oder? Warum hast du mir diese Chance nicht zugestanden? War ich dir keine 150 Euro wert, mehr hätte eine Operation doch nicht gekostet, oder hast du so wenig Geld?? Hätte es dann keine andere Lösung gegeben? Ich wollte sooo gerne noch mit dir und meinen vierbeinigen Freunden die Welt genießen, mit dir wandern und dir all meine Liebe und Loyalität beweisen. Ich war dir auch gar nicht böse dass du manchmal so gemein zu mir warst und mit mir geschimpft hast, ich hatte dir doch schon längst verziehen!Ich sitze jetzt auf meiner kleinen weißen Wolke, die hat man mir zugewiesen, es geht mir nicht schlecht hier im Hundehimmel, ich kann von oben die Menschen sehen, die ich noch immer liebe. Das Baby ist inzwischen geboren, ich finde es sehr süß und es macht mich traurig, dass ich keine Gelegenheit mehr habe, auf dieses süße kleine etwas aufzupassen. Auch mein Frauchen, das mich in den Hundehimmel geschickt hat, sehe ich oft, - sie ist noch immer oftmals traurig, es lag also nicht an mir, und manchmal hat sie auch noch immer diesen großen Durst und diese laute Stimme.Meine lieben ehemaligen Besitzer, ich bin euch nicht böse, passt gut auf das Baby auf und seht zu, dass es niemals alleine im Garten ist, ich kann von hier oben nicht mithelfen, dass dem kleinen Menschenkind nichts zustößt.Meine liebe Menschenmama, du hast mich auf diese Wolke geschickt – ich bin dir nicht böse, ich bin nur sehr traurig, dass ich dir jetzt nicht mehr meine ganze Liebe zeigen kann, wie ich es oft getan habe, in dem ich dir ganz sanft die Hand geleckt habe. Ich werde hier oben warten, bis einer von euch kommt um mit mir die Zeit zu verbringen, es wird bestimmt noch lange dauern, aber das macht nichts. Meine Liebe und Loyalität sind stark genug die lange Zeit auszuhalten!In Liebe eure KimbaFamiliäre Veränderungen